Klimaschutz

Ein ansteigendes Bevölkerungswachstums und die Auswirkungen des Klimawandels führen zu einem zunehmenden Druck auf die natürlichen Ressourcen in der Region, was die Lebensgrundlage bedroht und die Armut beschleunigt.

Besonders seit 2016 ist der Klimawandel nicht mehr wegzuleugnen. Eine zunehmende Häufigkeit von Dürreperioden in Verbindung mit dem steigenden Wasserverbrauch und -bedarf führt zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels, sowie zu Ernteausfällen durch unvorhersehbare Wetterereignisse während der Trocken- und Regenzeiten. Der Klimawandel steht somit im direkten Zusammenhang mit der Armutssituation in Uganda.

Hierbei handelt es sich um Maßnahmen und Methoden die neben den positiven Auswirkungen auf das Klima einen gleichzeitigen Nutzen für die Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung bewirkt. Nur wenn die Menschen in ihrer Armutssituation einen direkten Nutzen für ihre Familien sehen, wird es möglich sein Klimaanpassungsmaßnahmen und Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensstandards, umfassend und zeitnah zu verwirklichen. Basierend auf diesem Hintergrund sind ortsangepasste Maßnahmen und Strategien mit den deutschen und ugandischen Projektpartnern in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung entwickelt worden, um eine nachhaltige integrierte Entwicklung zur Bildung der ländlichen Familien in Gang zu setzen. 

Steinpresse

In Zusammenarbeit mit Auszubildenden der Firma Krone in Werlte arbeiten wir daher an einem Modell für eine umweltfreundliche, nachhaltige und simple Steinpresse. D

iese kann zur Herstellung von Energieeffizienzten Öfen (sogenannte „Fuel Save Stoves“, oder zum Bau von Häusern und Regenwassersammeleinrichtungen aus ungebrannten Ziegel verwendet werden. Dieses Modell wird gemeinsam mit der Caritas Kampala umgesetzt und soll in den ländlichen Regionen Ugandas eingesetzt werden. 

Windrad zur Wasserförderung

Auf Grund der zunehmend schlechten Wasserversorgung arbeitet BeLu außerdem gemeinsam mit der Hochschule Bremen und Dr. Horst Crome, dem Verein „Green Desert“ aus Hannover und Landwirten aus Lorup an einem Pilotprojekt, welches ein Modell eines simplen Windrades zur Versorgung von Wasser und Energie in Entwicklungsländern erprobt. Die Baupläne sowie die Materialien sind dabei so einfach gehalten, dass sie ohne Ingenieure oder anderweitige Experten eigenständig in den Entwicklungsländern nachgebaut werden können. Die Pläne sind online für jeden zugänglich und können innerhalb kürzester Zeit umgesetzt werden. Unterstützt werden wir bei diesen Pilotprojekten von der Makerere University in Kampala. 

Photovoltaik

Im Süden und in der Mitte Ugandas herrscht tropisches Klima und weil das Land größtenteils auf einem Hochplateau mit 1000 Metern über dem Meeresspiegel liegt ist das Klima tropisch-warm, jedoch durch die Höhenlage deutlich angenehmer. Deshalb ist es weder übermäßig heiß noch besonders kalt

Uganda verfügt damit über optimale klimatische Voraussetzungen für eine Energieversorgung durch Photovoltaik. Die globale Sonneneinstrahlung liegt zwischen 1600 und 2500 kWh pro Quadratmeter. Zum Vergleich: in Deutschland beträgt die jährliche Globalstrahlung max. 1200 kWh pro Quadratmeter.

Aus diesem Grund haben wir in den letzten Jahren bei unseren Projekten den Ausbau der Photovoltaik berücksichtigt.

In Kabango versorgen wir mit Photovoltaikstrom den Brunnen der Wasser aus 104 m tiefe fördert. Eine andere Anlage versorgt das Lehrerzimmer mit Strom.

Die größte Anlage auf dem Schulgelände mit 3 kWp versorgt unseren neuen Kindergarten, ein Heilscenter und weitere Gebäude. Durch Batteriespeicher wird der Strom vom Tag auch in der Nacht zur Verfügung gestellt.

In Kako haben wir eine Photovoltaikanlage auf dem neuen Kindergarten installiert. Diese vorsorgt in Verbindung mit einem Batteriespeicher den Kindergarten, die Unterkünfte der Erzieher und Kinder und das neue Koch Haus mit sauberem Strom.

Energieeffiziente Öfen

In etwa 95% der ugandischen Haushalte wird Holz als primäre Energiequelle zum Kochen verwendet. Während Stadtbewohner in erster Linie Holzkohleöfen aus Metall benutzen, wird in ländlichen Gegenden sowie in Schulen und Krankenhäusern noch vorrangig Feuerholz in freier Natur verbrannt. Die jährliche Abholzung ist schätzungsweise 13 Mal größer als die Waldaufforstung, d.h. nur 8% des geschlagenen Holzes stammt aus erneuerbaren Quellen. Dies hat schwerwiegende Konsequenzen für das gesamte Ökosystem. Zurzeit verliert Uganda rund 2% Waldfläche jährlich.

Die Technologie der Öfen

In traditionellen Öfen ist die Verbrennung ineffizient; Holz und Holzkohle werden darin nicht vollständig in Wärmeenergie umgewandelt. Als unerwünschte Nebenprodukte der Verbrennung entstehen Asche sowie das giftige Gas Kohlenmonoxid. Die neuen Kohleöfen erzielen durch den sogenannten „Schornsteineffekt“ eine höhere Effizienz. Dabei wird durch aufsteigende heiße Luft frische Luft in den Ofen gesaugt. Der zusätzliche Sauerstoff erhöht die Verbrennungstemperatur. Dadurch wird die Kohle schneller und sauberer verbrannt. Durch die höhere Temperatur wird wiederum mehr Luft angesaugt, was die Temperatur weiter erhöht. Der Effekt wird durch eine bessere Isolierung der Öfen verstärkt, die gleichzeitig die Wärmeverluste durch die Hülle der Öfen mindert. Je nach Ofentyp wird zusätzlich die Wärmeleitung zwischen Topf und Kochgeschirr optimiert, um den größtmöglichen Teil der eingesetzten Energie zu nutzen.

Nicht nur Natur und Umwelt profitieren von den neuen Öfen, sondern auch die Bevölkerung. Die Luftqualität hat sich deutlich verbessert und es ist ein Rückgang an Kohlenmonoxidvergiftungen bei Frauen und Mädchen zu verzeichnen. Auch das mühsame Holzsammeln über weite Strecken entfällt. Darüber hinaus wird die Bevölkerung über Themen wie Klimaschutz und Gesundheit nachhaltig informiert.

Herkömmliche Kochstelle

Eine neue Art der Kochstelle mit Rauchabzug

Ein kleiner handlicher Energiesparofen

Ein aus Steinringen bestehender Energiesparofen

Adresse

BELU Ugandahilfe e.V.
Ludwig Wilkens & Bernd Rickermann

Kontakt

Tel.: 05954/925966
E-Mail: kontakt@www.belu-uganda.de

Social Media

Copyright © 2021 - BELU Ugandahilfe e.V. | Login | Impressum | Datenschutz