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Autor: Noah Rickermann

Ein T-Shirt reist 6.500 Kilometer – Kindergartenkinder aus Berßen schenken Freude in Uganda

Manchmal braucht es nicht viel, um etwas zu bewegen – manchmal reicht ein T-Shirt. 42 Kinder des Kindergartens Regenbogenland aus Berßen haben jeweils eines ihrer liebsten T-Shirts gespendet, damit ein Kind in unserem Partnerkindergarten in Kako, Uganda, damit beschenkt werden kann. Eine einfache Idee mit großer Wirkung.

Nach einer Reise von rund 6.500 Kilometern konnten unsere BeLu-Mitglieder die T-Shirts bei ihrem jüngsten Besuch in Kako persönlich an die Kinder übergeben. Die Reaktionen waren bewegend: Erst schüchtern und zurückhaltend, wurden die kleinen Empfänger sichtlich stolz und glücklich, als Kindergartenleiterin Nakoto erklärte, was hinter dieser Aktion steckt – dass Gleichaltrige auf der anderen Seite der Welt an sie gedacht und etwas Persönliches für sie hergegeben hatten.

Solche Momente zeigen, wie Entwicklungshilfe auch auf der menschlichen Ebene wirkt: nicht nur durch Infrastruktur und Versorgung, sondern durch Verbindung und Solidarität zwischen Menschen, die sich nie begegnet sind.

Die Aktion wurde von Reinhard Gügelmeyer ins Leben und zusammen mit Mechtild Geers, der Kindergartenleiterin aus Berßen, mit großem Engagement umgesetzt. Hiermit auch einen großen Dank an Mechthild!

Neue Wasserversorgung und Küchenrenovierung für den Kindergarten in Kako

Bei ihrer jüngsten Reise nach Uganda hat das BeLu-Team wieder den Kindergarten im Dorf Kako besucht – und gleich mehrere wichtige Verbesserungen vor Ort umgesetzt, die den Kindern und der gesamten Dorfgemeinschaft zugutekommen.

Sauberes Wasser für alle

Ein zentrales Thema war die Wasserversorgung. Bisher hatten die Dorfbewohner Wasser an einer Außenzapfstelle holen können – doch ein zu kleiner Tank führte immer wieder zu Engpässen, besonders in der Trockenzeit. Für den Kindergarten selbst blieb dann oft nicht genug Wasser übrig. Dieses Problem gehört nun der Vergangenheit an: Ein neuer 10.000-Liter-Überlauftank wurde installiert, der die Dorfbewohner zuverlässig versorgt, während der Kindergarten direkt mit frischem Brunnenwasser gespeist wird. Ein durchdachtes neues Wasserkonzept trennt beide Versorgungsstränge und stellt sicher, dass weder das Dorf noch der Kindergarten künftig auf dem Trockenen sitzen.

Sicheres Kochen ohne Rauch

Auch im Kochhaus gab es dringenden Handlungsbedarf. Die beim Bau verwendeten dünnwandigen Abzugsrohre hatten sich nicht bewährt – eines war bereits beschädigt, sodass Rauch in die Küche eindringen konnte. Alle drei Rohre wurden durch hochwertigere Exemplare ersetzt. Das Kochhaus, das täglich für die Mahlzeiten der Kindergartenkinder genutzt wird, kann nun sicher und rauchfrei betrieben werden.

BeLu Ugandahilfe plant neue Aquaponik-Anlage – nachhaltige Ernährungssicherung wächst

Nach dem erfolgreichen Betrieb der ersten Aquaponik-Anlage auf dem Gelände der Caritas Nsambya in Kampala plant BeLu Ugandahilfe den nächsten großen Schritt: Eine zweite Anlage soll am Standort der Ausbildungswerkstätten in Kisubi entstehen – und damit das Herzstück eines wachsenden Projekts zur nachhaltigen Ernährungssicherung in Uganda werden.

Die erste Anlage, die 2021/2022 als Prototyp errichtet wurde, hat wertvolle Erkenntnisse geliefert. Bewährte Techniken in der Fischzucht und im Gemüseanbau wurden optimiert, neue Filtermethoden und verbesserte Belüftungssysteme steigern heute die Wasserqualität und die Überlebensrate der empfindlichen Tilapia (Viktoriabarsch). Der bisherige Standort wird künftig gemeinsam mit der Caritas betrieben, wobei die erwirtschafteten Gewinne direkt in neue Anlagen investiert werden sollen. Zusätzlich werden dort zwei 10.000-Liter-Tanks installiert, um in der Regenzeit Wasserreserven für die Trockenzeit anzulegen – bisher musste Wasser zugekauft werden. Eine Photovoltaikanlage sorgt zudem für eine zuverlässigere und nachhaltigere Stromversorgung.

Der neue Standort in Kisubi bietet dabei ideale Voraussetzungen: Ein 60 Meter tiefer Brunnen stellt jederzeit frisches Wasser bereit, und eine Photovoltaikanlage mit 16 kWp Leistung und 10 kWh Speicher wird die Anlage autark mit Energie versorgen. Das Grundstück wurde BeLu vom Erzbischof von Kampala zur Verfügung gestellt – ein Zeichen des Vertrauens in die Arbeit der Organisation. Langfristig sollen dort neben der Aquaponik weitere landwirtschaftliche Produkte wie Kaffee angebaut werden.

Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Ausbildung der lokalen Bevölkerung: Menschen sollen lernen, wie sie auch mit kleineren Einheiten – etwa im Hinterhof oder in abgelegenen Gebieten – eigene Aquaponik-Systeme betreiben können. So können sich Familien selbst mit frischem Fisch und Gemüse versorgen und durch den Verkauf der Produkte ihre wirtschaftliche Lage nachhaltig verbessern.

Unser besonderer Dank gilt Josephine Nantambi von der Nisi Organic Farm Tech, die das Projekt von Anfang an geplant, optimiert und betrieben hat – und auch in Kisubi wieder mit an Bord sein wird. Ebenso danken wir Christopfer Mapeera und seinen Brüdern von Amans für ihre verlässliche Unterstützung vor Ort.

Schulen und Patenschaften. Eine andere unglaubliche Welt und doch faszinierend. Vom 04.02. bis 15.02.2026

Diese Reise hatte eine besondere Bedeutung, denn wir haben 10 Schulen von über 40 Schulen besuchen dürfen. Überall wurden wir von singenden, trommelnden und tanzenden Schülern weit vor der Schule empfangen. Die größte Schule hat 1800 Schüler mit einer Klassenstärke von maximal 60 Schülern, die dann zu viert in einer Bank sitzen oder ein Teil der Schüler sitzt auf dem Boden und verfolgt so den Unterricht. Gewöhnlich beginnt der Unterricht um 8:00 Uhr und endet um 15:30 Uhr. Jedoch wird in den höheren Klassen auch noch von 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr unterrichtet, denn diese Kinder streben einen höheren Abschluss an oder lernen eine weitere Fremdsprache, z. B. Deutsch.

Insgesamt sponsern wir 260 Patenkinder an den unterschiedlichen Schulen, wie zum Beispiel die Primary, Secondary, Schulen für Taubstumme und Kindergärten in Uganda. Ein besonderes Ereignis ist, wenn eine Gruppe von Taubstummen nach Vorgabe eines Musikstückes tanzen. Wir stellen immer wieder fest und sind beeindruckt, mit wie viel Begeisterung die Kinder zur Schule gehen. Manche sind über eine Stunde und länger unterwegs, um zur Schule zu kommen. Etwa ein Drittel der Kinder schlafen auch in separaten Schlafräumen, meistens zu zweit auf einer Matratze, auf dem Boden oder in Zweier- bzw. Dreierhochbetten aus Holz oder Metall. Diese Kinder bleiben dann drei Monate in der Schule und sind danach für einen Monat zu Hause. Die Internatskinder waschen ihre Kleidung in Eimern und legen sie über Büsche und Hecken zum Trocknen. Anschließend hängen sie die Wäsche im Schlafraum an gespannten Leinen auf.

Zu Beginn des neuen Terms müssen die Kinder außer dem Schulgeld noch weitere Dinge wie zum Beispiel Lebensmittel, Schulmaterialien und eine Schuluniform kaufen. Diese Uniform tragen sie mit Stolz. Die Kinder fehlen hin und wieder am Dienstag in der Schule, denn sie müssen dann zum Markt oder stellen sich an die Hauptverkehrsstraßen, um die Produkte von zu Hause zu verkaufen. Dieses Geld sammeln sie für den nächsten Schulterm, der immer 4 Monate dauert, oder geben das Geld zu Hause ab. Bei der Anreise mit Boda-Boda-Fahrern, also Motorradtaxis, transportieren die Schüler ihre Habseligkeiten in Blechkisten, die sie von zu Hause für 3 Monate mitnehmen.

Der Lehrer ist nicht nur der Akteur an der Tafel, sondern begleitet die Lernergebnisse. Die Schüler werden angeleitet, mit allen Sinnen zu lernen. In Eigenverantwortung lernen sie an Aufgaben, die sie selbst stellen, und sollen gemeinsame Lösungen in der Gruppe finden. Sie sollen lebensnahe und sinnbringende Ideen und deren Umsetzung gemeinsam lernen sowie sich unterstützen.

Es gibt Kinder, die nicht zur Schule gehen können, weil die Eltern, meist sind sie Tagelöhner, nicht genug Geld verdienen. Sie müssen auf den Feldern arbeiten oder sind stundenlang unterwegs, um Wasser für die Familie zu holen oder es zu verkaufen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sie Strecken von 8 km zu Fuß zurücklegen. Es sind vor allem Kinder, die am Brunnen im Dorf ihre Kanister in die Schlange stellen und dann teils recht lange warten, bis sie an der Reihe sind.

Da Kinder im ländlichen Raum werden nach wie vor als Altersversorgung gesehen. Kinder mit Beeinträchtigungen, die wahrscheinlich nie zum Familieneinkommen beitragen werden, werden oft als wertlos oder als Schande für die Familie angesehen. Somit hat die Arbeit mit Kindern mit Behinderung über die Jahre immer mehr, auch für uns, an Bedeutung gewonnen.

In Mpasaana, 6 Stunden nördlich von Kampala, besuchten wir die St. Gerald Nursery and Primary School. In der Schule werden 460 Kinder von 16 Lehrpersonen unterrichtet. Sie kommen aus einem Umkreis von 6 km. 180 Kinder und 10 Lehrer übernachten in der Schule.

Wir wurden feierlich von singenden, tanzenden und trommelnden Schülern und dem Lehrpersonal empfangen.

Beim Rundgang über den Schulhof zeigten uns Fr. Gerald und Agnes Hope die Schulräume, Waschgelegenheiten, Küche, Schlafräume und die Unterkünfte der Lehrpersonen. Die meisten Küchen, wie auch hier, bestehen aus einem Bretterverschlag mit innenliegenden Kochstellen und werden mit Holz befeuert. In großen Kochkesseln wurden Kochbananen und Vollkornmais (Porridge) zubereitet. Was auf dem Teller landet, kann sich durchaus sehen lassen und schmeckte sehr gut. Zum Nachtisch wird immer viel Obst serviert. Im weiteren Verlauf zeigten sie uns einen Rohbau der neuen Schule, der nun ohne Dach, Fenster und Mobiliar auf seine Fertigstellung wartet. Im Oktober 2023, während der Regenzeit, begann man mit der Herstellung von Ziegeln durch die Handarbeit der Schüler und Lehrpersonen. So wurden tausende von Steinen aus einem Lehmbrei durch Zugabe von Zement in Handarbeit gefertigt und im Freien getrocknet. Anschließend wurden die Steine zu einem Hohlturm aufgestapelt und der Brennvorgang mittels Holzfeuer von innen gestartet. 2024 wurde dann mit dem Mauern begonnen. Die Schüler bildeten eine lange Kette, um die Steine vom Brennbereich zur Baustelle weiterzureichen. Zunächst wurden dann die Arbeiten auf Höhe der Fenster unterbrochen, weil Sand und Zement fehlten. Im September 2025 wurden die Arbeiten bis zur Höhe des Daches wieder aufgenommen. Nun warten sie darauf, dass die anderen Gewerke fertiggestellt werden, denn auf dem Schulhof befinden sich noch zwei Klassenräume aus der Anfangszeit. Sie bestehen aus einem Pfahlbau, der eine meterhohe Wellblechverkleidung umgibt. Wenn es regnet, obwohl gerade Trockenzeit ist – und es hat zwischendurch immer mal stark geregnet und gewittert – fließt das Wasser durch den Klassenraum. Da diese Schule keine staatliche ist, müssen sie alles selbst durch Spenden finanzieren. Auf dem Schulhof gibt es keine Spielgeräte.

Wasser spielt eine wesentliche Rolle, denn nicht immer ist ein Brunnen in der Nähe und die Kinder müssen nach dem Unterricht um 16:00 Uhr klassenweise einen 5- oder 10-Liter-Kanister mitnehmen und 3 Kilometer zur Wasserstelle laufen und wieder zurück. Bei dieser Schule wurde ein 200 m tiefer Brunnen gegraben und kein Wasser gefunden. Das Wasser, das sie für die Schule besorgen, ist für sie sehr wertvoll und wird sparsam verwendet. Zum Trinken stehen etwa 2 Liter zur Verfügung. Es wird auch zur Körperpflege sparsam gebraucht. In einem offenen, durch Wellblech und vier Pfähle begrenztem Raum im Freien gibt es die Möglichkeit, gemeinsam die Körperpflege durchzuführen.

Eine besonders große Freude kam bei dem Patenkind Charles Lukindu und der Mutter auf, als sie die zwei Ziegen und den Fußball als Geschenk von der Patenfamilie aus Cloppenburg überreicht bekamen. Charles hatte den Wunsch, mit einer Ziege etwas zum Familieneinkommen beizutragen.

Es ging uns darum, Präsenz zu zeigen und dem jeweiligen Team unsere Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen.

Die Bilder und Geschichten berühren uns und regen zum Nachdenken an.

Dankbar und stolz sind wir auch darauf, was wir schon mit Hilfe von vielen Sponsoren geschafft haben. Unsere Hilfe ist sicher bedeutungsvoll und wird langfristig Frucht tragen.

Wenn ich gefragt werde, ob Uganda gefährlich sei, sage ich immer, dass der Straßenverkehr (übersäht mit extrem tiefen Auswaschungen und Schlaglöchern) wahrscheinlich das Gefährlichste ist.

Antonius Derda